Artikel
Letztes Update
13/6/2022

⚙️ Am 9.6.2022 fand ein Netzwerktreffen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik statt: Unter dem Titel 'you promised me new models!' haben sich rund 60 Unternehmen, Netzwerke und Initiativen aus ganz Deutschland getroffen, um sich über ihre Betriebsmodelle auszutauschen. Für uns ein Grund das (aktuelle) Betriebssystem der GfaZ zu skizzieren.

Da es für uns zur vor allem Zeit darum geht, wie die verschiedenen Kollektivgüter und der Betrieb unseres Vereins finanziert werden, haben wir uns in unserer kleinen Grafik vor allem auf die Einnahmenstruktur und Verwendung von (potentiellen) Überschüssen konzentriert. Herausgekommen ist ein kleiner Schaltplan, den wir euch weiter unten erläutern. Wenn du Fragen hast, melde dich gerne.

Was sind die Aufgaben der GfaZ?

Intermediäre Schnittstelle

Die GfaZ hat den Anspruch als vermittelnde Schnittstelle zwischen aktiven Akteur*innen aus der Zivilgesellschaft auf der einen Seite und Verwaltungsakteur*innen, stadtpolitischen Gremien, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Akteur*innen auf der anderen Seite zu funktionieren. Was das konkret bedeutet kann durch aktuelle Prozesse wie Leineschmiede, TQ Lindener Hafen oder Stadtteilfonds Nordstadt erfahrbar werden.

Bereitstellung von Ressourcen

Die GfaZ ist Eigentümerin von Kollektivgütern, die sich gleichzeitig im Besitz von s.g. korporativen Mitgliedern (also juristischen Personen) befinden. Diese Partner*innen haben die Aufgabe, die Güter über die Software-Plattform Resource Hub der Stadtgesellschaft zur Verfügung zu stellen. Was das konkret bedeutet lässt sich aktuell am besten durch die Bibliothek der Dinge in der Nordstadt bei wasmitherz e.V. erklären: Hier befindet sich ein größerer Bestand an Werkzeug und Medien- und Veranstaltungsequipment. Wasmitherz e.V. stellt räumliche und personelle Ressourcen, dadurch wird gewährleistet, dass die gemeinsamen Güter sicher gelagert, instand gehalten und zugänglich gemacht werden.

Projektplattform für Stadtgestalter*innen

Wir wollen es Projektneugründungen im Bereich der koproduktiven bzw. gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung, erleichtern zu ent- und zu bestehen. Das machen wir durch konkrete Projektberatung, Bereitstellung von Kontakten und Kollektivgütern oder in dem wir als Interim-Trägerschaft für Initiativen, die noch keine eigene Rechtsform haben, dienen. Beispiele dafür sind Projekte wie Transformationsraum Sahlkamp oder Bremerdamm.

Grafik 'GfaZ - Betriebssystem', GfaZ 2022

Einnahmen

Mitgliedsbeiträge

Auch wenn wir immer noch nicht mit dem Einzug von Mitgliedsbeiträgen begonnen haben, sind sie das wichtigste Instrument, um eine langfristig verlässliche Finanzierung der Betriebskosten sicherzustellen. Das spannende dabei ist, dass der eingezahlte Betrag auch weiterhin als Wert erhalten bleibt: Eingezahlte Beiträge werden in MOKI vergütet. Damit lassen sich Kollektivgüter an allen Partner-Standorten ausleihen. Mitglieder bekommen außerdem 20% Rabatt auf alle Ausleihgebühren.

Leihgebühren

Neben den Mitgliedsbeiträge sind Leihgebühren für die Nutzung von Kollektivgütern das zweitwichtigste Instrument, um kontinuierliche und verlässliche Einnahmen zu erzielen. Im Sinne einer für alle zugänglichen Struktur von Kollektivgütern sind die Leihgebühren für Gegenstände so festgelegt, dass sie für alle erschwinglich bleiben. Sollte sich eine Projekt-Initiative die Leihgebühren trotzdem nicht leisten können, besteht immer noch die Möglichkeit eine Förderung zu beantragen. Mehr Informationen dazu finden sich unter der Projektbeschreibung von MOKI.

Sponsoring-Beiträge (Resource Hub)

Wir versuchen zur Zeit Werbe-Sponsoren für die Plattform Resource Hub zu erreichen. Die Idee: Lokale Unternehmen zahlen für Platzierung ihrer Werbung innerhalb der App und zahlen dafür eine Jahresgebühr. Mit diesen Einnahmen sollen ausschließlich die laufenden und Entwicklungskosten für die Plattform bezahlt werden. Wir wollen damit gewährleisten, dass die Nutzung der App nach wie vor kostenlos bleibt.

Nutzungsgebühren (Flarity)

Auch wenn von der Software Flarity aktuell nur ein Testversion fertig gestellt ist, konzipieren wir das Einkommensmodell so, dass Mittelgeber*innen (Verwaltung, Stiftung etc.) eine Gebühr auf vermittelte Fördergelder entrichten. Wie sich dieses Modell genau gestaltet, können wir erst Ende des Jahres 2022 sagen.

Ausgaben

Die Ausgaben der GfaZ stellen sich aus folgenden Posten zusammen:

  1. Personalkosten (aktuell durch Förderung gedeckt)
  2. Versicherung (vor allem Vereinshaftpflicht und Raumwagen)
  3. Instandhaltung von Kollektivgütern (Ersatz- und Verschleißteile)
  4. Software- und Server-Gebühren (Projektmanagement, Website usw.)
  5. Entwicklungskosten (vor allem Resource Hub)

Eine genaue Aufschlüsselung der Kosten werden auf der Jahreshauptversammlung 2022 veröffentlicht.

Überschüsse

Für das Jahr 2022 ist bereits jetzt absehbar, dass keine Überschüsse entstehen. Dafür sind die Angebote einfach noch nicht bekannt genug. Verankert ist dennoch folgende Regel: Ein vom Vorstand festzusetzender Teil der Jahres-Überschüsse soll im darauf folgenden Jahr für den Fonds für Außerordentliches eingesetzt werden. Das bedeutet, sollte die Einnahmen des Vereins die Ausgaben übersteigen, wollen wir mit diesem Geld neue Projekte aus der Community finanzieren. Jeder Euro in die Vereinskasse erhöht also das Potential, dass wir neue Projekte unkompliziert und gemeinschaftlich auf den Weg bringen können.

Fazit

Auch wenn ein paar der hier skizzierten Modelle noch weiter ausgebaut werden müssen, befinden wir uns auf einem sehr guten Weg, auch ohne Fördermittel bestehen zu können. Wenn du Ideen hast, wie man diese Modelle noch verbessern und weiter ausbauen kann, melde dich gerne per Mail bei Tomasz (tl@gfaz.de).

Ähnliche Artikel