Quadratic Voting

Ein Demokratie-Experiment: Wir probieren ein Abstimmungsverfahren aus, mit dem große Gruppen schnell und dynamisch finanzielle Mittel vergeben können.

Wir setzen Quadratic Voting bei der Abstimmung des Fonds für Außerordentliches ein, um finanzielle Mittel zu verteilen. Theoretisch kann das Verfahren aber auch für jede Form von Abstimmung genutzt werden.

Quadratic Voting (z. Dt. Quadratische Abstimmung) ist ein kollektives Entscheidungsverfahren, bei dem Einzelpersonen Stimmen vergeben, um den Grad ihrer Präferenzen zum Ausdruck zu bringen, und nicht nur die Richtung ihrer Präferenzen. Das Ganze funktioniert nach einem ganz einfachen mathematischen Prinzip. Keine Sorge, es ist überhaupt nicht kompliziert.

Wie funktioniert Quadratic Voting?

I.d.R. Stimmen wir nach dem Prinzip 'ein Mensch, eine Stimme' ab. Wir machen das aber ein bisschen anders: Statt nur eine Stimme für ein Projekt abzugeben, können beliebig viele Stimmen für ein Projekt abgegeben werden. Allerdings kostet jede Stimme s.g. Voting Points (z.Dt. Stimmpunkte), das bedeutet Stimmen können nur solange vergeben werden, bis das Konto leer ist. Jede für ein Projekt abgegebene Stimme wiederum entspricht einem Geldwert.

Ein Beispiel (Vorsicht Textaufgabe):

Ein Stadtgartenprojekt braucht weitere Gartengeräte. Für die Anschaffung werden 300.- € benötigt. 2 Engagierte geben jeweils drei Stimmen. Eine Stimme hat einen Wert von 50.-€.
2 mal 3 Stimmen, mal 50.-€ ergeben 300.-€

Wieviele Stimmen kann ich vergeben?

Jede Stimme kostet Voting Points. Du hast 100 Voting Points. Dabei kostet dich die erste Stimme für ein Projekt 1 Voting Point; die zweite Stimme für das selbe Projekt 4 Voting Points; die dritte Stimme 9 Voting Points; die vierte Stimme 16 Voting Points usw.

Die Stimmanzahl pro Projekt zum Quadrat ergibt die Kosten an Voting Points pro Stimme.

Ein Beispiel

Eine Engagierte aus dem Stadtgartenprojekt hat eingangs 100 Voting Points auf ihrem Konto gehabt. Sie hat insgesamt drei Stimmen für die Anschaffung neuer Gartengeräte abgegeben. Anschließend hatte sie noch 86 Voting Points zur Verfügung, um andere Projekte zu unterstützen. Warum?

1. Stimme = 1 Voting Point
2. Stimme = 4 Voting Points
3. Stimme = 9 Voting Points

Ingesamt 14 Voting Points.

Ist das nicht alles zu kompliziert?

Nur wenn man alles im Kopf rechnen muss und Excel-Tabellen benutzt, um die Kontostände festzuhalten. Wir haben dafür eine Web-App mit dem Namen Flarity entwickelt. Sie macht es dir möglich Projekte zu erstellen, für Projekte abzustimmen und den Überblick über deine Voting Points zu bewahren.

Ich möchte das ausprobieren!

Im kompletten August 2021 läuft der s.g. Fonds für Außerordentliches . Mit insgesamt 15.000 € sollen – ganz ähnlich wie in unserem Beispiel – s.g. Kollektivgüter für verschiedenste Projekte angeschafft werden. Melde ich einfach unter app.flarity.io an. Um stimmberechtigt zu sein, musst du allerdings Vereinsmitglied der Gesellschaft für außerordentliche Zusammenarbeit e.V. sein. Keine Sorge, die Vereinsmitgliedschaft ist kostenlos. Unter Mitmachen kannst du Mitglied werden.